Stadtklima

Frischluft-Garant Klosterberg!

Eine Stadt ist asphaltiert und dicht bebaut. Dadurch heizt sie sich schneller als ihr Umland auf und wird zur „städtischen Wärmeinsel“ . Smog und unerträgliche Hitze sind an v.a. an sonnenreichen Tagen in der Innenstadt die Konsequenzen.

Luftzirkulation verbessert die Ungunstsituation: Generell kann man sagen, dass durch die relativen Temperaturunterschiede zwischen Innenstadt und naturbelassenen Hangflächen am Stadtrand ein stadteinwärts gewandter Wind entsteht, der Frischluft in die asphaltierte Stadtmitte transportiert. Warme, emissionsbelastete Luft wird dort durch kalte, saubere Luft ausgetauscht. Dies geschieht insbesondere während der Abend- und Nachtstunden, wenn die Grünwiesen an den Hängen abkühlen. Die Abkühlung bewirkt eine Zunahme der Luftdichte, wodurch es zum Abfluss in tieferliegende Zonen kommt (vgl. UL Aachen).

Das bedeutet für Deggendorf:

Die Kaltluft fließt vom Klosterberg in die Innenstadt.
  • Kaltluft strömt vom Klosterberg und seinen Hängen bis zum Stadtplatz, aber auch in angrenzende Wohngebiete (z.B. Kolpingstraße, Stadt-Au).
  • Durch die Bebauung könnte dieses lokale Windsystem und damit die natürliche Reinigung der Stadtluft zum Erliegen kommen. Fraglich ist, ob das Freilassen von Grünschneisen zwischen der Bebauung ausreicht, um den Ausgleichswind aus der Höhe nicht abreißen zu lassen. Fakt ist, dass der Luftaustausch dann am besten funktioniert, wenn Reibungsverluste durch Bebauung, aber auch Bewaldung verhindert werden (vgl. UL Aachen). Eine niederbewachsene Hangflanke ist somit für den Lufttransport ideal.
  • Die Verpflichtung zur Berücksichtigung klimatischer Belange ist im BNatSchG verbindlich festgeschrieben . Zu sichern sind wegen der Möglichkeit zum Luftaustausch insbesondere wichtige Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete . Auf der Potentialkarte „Schutzgut Klima und Luft“ ist der Klosterberg eindeutig als hochklassige Fläche mit Wärmeausgleichsfunktion für die angrenzenden potentiell belasteten Stadtquartiere dargestellt (vgl. UB, S. 132f).

Keinem der im (noch gültigen) Flächennutzungsplan der Stadt Deggendorf ausgewiesenen Baugebiete wird eine derart bedeutende Rolle für das Stadtklima zugestanden (vgl. UB, S. 149,ff) wie dem Klosterberg! Auch die Untersuchung zum klimagerechten Städtebau (2022) stellt fest, dass der kühlende Luftstrom aus der Stadtau bis in den sommerlichen Hitze-Hotspot Altstadt reicht. (s. Luftstrom Autal). Die Wichtigkeit stadtnaher Erholungsgebiete (wie Wiesenhänge) wurde hier unter dem Gesichtspunkt der Klimaerhitzung ebenfalls betont, während dicht besiedelte Hänge (Krankenhausberg, Stadtau) weitere Hitzehotspots seien.

In Folge des Klimawandels ist in den nächsten Jahrzehnten mit einer Zunahme von Hitzeperioden zu rechnen – zusätzlich zum Anstieg der Jahresmitteltemperatur um 2,2°C bis 5,3°C. Für Städte heißt das: deutlich mehr heiße Tage und Tropennächte mit Lufttemperaturen, die nicht unter 20°C sinken (vgl. Deutsches Klimaportal).

Als letzter grüner Hügel im Stadtkerngebiet ist daher der Klosterberg für die Luftqualität der Innenstadt wichtiger denn je!

Weitere Informationen:
Artenvielfalt und Biodiversität – wozu? – Beitrag
Ökologie in Bildern erklärt – Bericht
Klimaschutzmaßnahme Klosterbergbebauung? (LB)
Luftstrom Autal (LB)
Klimaschädigung statt -schutz (LB)
Falsche Wohnbaupolitik (LB)
Der Klosterberg ist ungeeignet (LB)
Es wird schwieriger (LB)
Am Klosterberg entscheidet sich, ob es der Stadt ernst ist mit dem Klimaschutz (LB)
Hohn für Ökologie (LB)

Quellen:

Bildquellen

  • Stadtklima1: admin