Der Bedarf an Wohnungen

Für eine Bebauung des Klosterbergs besteht kein Bedarf. Und das aus folgenden Gründen:

(1)
Die Einwohnerzahl Deggendorfs wächst nur, wenn man die Studenten dazuzählt (EW inkl. Stud.), weil die Hochschule stetig wächst. Aber Studenten sind keine Käufergruppe der geplanten Eigentumswohnungen. (s. Einwohnerzahl und Wohnbedarf )

Die Einwohnerzahl Deggendorfs bleibt in etwa stabil im Hinblick auf die dauerhaften Einwohner (reale EWZahl); d.h. sie stieg zunächst an, fällt aber seit 4 Jahren wieder kontinuierlich. Wir haben so wenig Zuzug nach Deggendorf, dass die Neubürger weniger Wohnungen benötigen, als durch Sterbefälle frei werden. Es bleiben jährlich also Wohnungen über – schon ohne Neubauten! (s. Einwohnerzahl und Wohnbedarf)

(2)
Auch am Klosterberg werden  wieder eine Menge unnötiger Eigentumswohnungen entstehen, da das Modellprojekt die Erstellung (und den Verkauf) von Eigentumswohnungen zur Bedingung hat. (s. geförderter versus sozialer Wohnungsbau)

Dabei hat Deggendorf bereits einen erheblichen Wohnungsleerstand aufgrund der Baupolitik, die eine sagenhafte Produktion von Geschossbauten mit Eigentumswohnungen überall im Stadtgebiet bewirkt. (s. Angebotsanalyse ; künftige Bauvorhaben)

(3)
Höchstens ein Teil der Eigentumswohnungen muss für ein paar Jahre günstiger vermietet werden – auch wenn die Stadtbau GmbH den Zuschlag für das Modellprojekt erhalten hat. Es handelt sich eben nicht um „sozialen Wohnungsbau“ auf Dauer, sondern um zeitlich befristete Pseudo-Sozialwohnungen mit Ablaufdatum. (s. geförderter versus sozialer Wohnungsbau ; Was ist sozialer Wohnungsbau?)

Wollte die Stadt bezahlbaren Wohnraum in der Stadt haben, wäre eine Baupolitik nötig, die Altbauten erhält (s. für den Erhalt von Altbauwohnungen). Zudem müsste sie sog. geförderte Wohnungen bei JEDEM Neubauprojekt (Geschosswohnungsbau) zur Bedingung machen und selber echte Sozialwohnungen bauen, die auf DAUER kostengünstig zur Verfügung stehen. (s. Keine Pseudo-Sozialwohnungen)

(4)
Neubauten dienen somit nicht der Sicherung des ExistenzbedürfnissesWohnen“ der Deggendorfer Bürger, sondern dem Profit der Verkäufer von Immobilien und der Geld-Anlagemöglichkeit für (hoffentlich redliche) Vermögende. (s. wirtschaftliche Aspekte)

In der Zusammenschau stellt sich der Wohnungsmarkt in Deggendorf so dar:

WohnungsbedarfWohnungsangebot
830 für Zuzügler1930 frei werdend durch Todesfälle
ca. 215 jetzt bereits im Internet angeboten
X nicht im Internet angeboten (Schätzung)
1300 im Innenstadtbereich geplante Neubauwohnungen bzw.
1800 im gesamten Stadtbereich geplante Neubauwohnungen
Y in nicht-öffentlichen Sitzungen beschlossene sowie auf dem Verwaltungsweg genehmigte Neubauwohnungen (Schätzung)
PLUS künftige Planungen und Beschlüsse (Schätzung)


Es wäre ein Bevölkerungswachstum von über 20 % in dieser Dekade nötig, um allein die vorhandenen plus die bereits bekannten geplanten Neubauten zu füllen!
… und das Überangebot wird mit der Klosterbergbebauung noch mehr wachsen!

Weitere Informationen:
Berechnungen zur Einwohnerzahl und zum Wohnbedarf – Analyse
Internetanalyse der Immobilienangebote – Analyse
Künftige Bauvorhaben – Analyse


Werden diese Wohnungen benötigt? (LB)
Braucht es diese Flächen wirklich? (LB)
Wächst Deggendorf? (LB)
Für wen wird in Deggendorf eigentlich gebaut? (LB)
Dem Bauboom folgen viele Verlierer (LB)
Argumente für den Bauboom hinterfragen (LB)
https://www.statistik.bayern.de/mam/statistik/gebiet_bevoelkerung/demographischer_wandel/demographische_profile/09271.pdf